 Die Kreisgebietsreform soll noch vor der Sommerpause im Schweriner Landtag beschlossen werden. Aus 18 kommunalen Gebietskörperschaften sollen dann acht werden. Es mag sein, dass in ferner Zukunft dadurch gewisse Einsparungen erzielt werden. Aber für einige Städte und Regionen, und somit für ganz MV, werden diese Einsparungen auf jeden Fall durch den Verlust an Selbstbestimmung und Strahlkraft wieder eingebüßt. Greifswald ist solch ein Fall: Würde diese offiziell dynamischste Stadt laut bundesweiter Studie und Stadt mit der niedrigsten Arbeitslosenquote MVs im Großkreis Südvorpommern mit dem eventuellen Kreissitz in der Kleinstadt Anklam aufgehen, so würde eine Interessenvertretung der Universitäts- und Hansestadt verunmöglicht. Mit den zwei verschuldetsten Altkreisen und mit Orten, die näher an Berlin (!) liegen als an Greifswald in einem Megakreis mit höchst unterschiedlichen Ausrichtungen der jeweiligen Sozial- und Wirtschaftsstrukturen ist für Greifswald dann kaum noch Luft zum Atmen. Dass der nämliche Bereich Uecker-Randow vom Einzugsgebiet her eindeutig zu Neubrandenburg gehört, zeigt obige Karte (Anklam hat ein kleines eigenes Einzugsgebiet). Weshalb also wird zwangsfusioniert, was einfach nicht zusammen gehört? Hingegen bleibt etwa Schwerin kreisfrei - natürlich ohne Begründung der Reformwütigen aus ebenjener Nicht-mehr-Großstadt.
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